Stein & Meißel GmbH

Ratgeber

Was kostet Facility Management in München? Kostenbausteine, Preismodelle und Sparpotenziale 2026

Die kurze Antwort: Facility Management hat keinen Quadratmeterpreis

Wer nach den Kosten für Facility Management fragt, bekommt selten eine gerade Zahl — und das ist kein Ausweichen, sondern liegt in der Sache: Facility Management ist ein Bündel aus einzelnen Leistungen. Der Preis ergibt sich aus den Bausteinen, die Ihr Objekt tatsächlich braucht (Reinigung, Hausmeisterdienst, Außenanlagen, Winterdienst, Wartung der Gebäudetechnik), aus den vereinbarten Frequenzen und aus der Frage, ob diese Leistungen einzeln oder gebündelt bei einem Partner eingekauft werden.

Was sich dagegen sehr wohl sagen lässt: Personalkosten machen bei den infrastrukturellen Diensten den weitaus größten Teil des Preises aus, die Tariflöhne der Gebäudereinigung sind seit dem 1. Januar 2026 erneut gestiegen, und für jeden Baustein gibt es belastbare Marktspannen. Dieser Ratgeber legt sie offen — als Orientierung für Hausverwaltungen, Eigentümer und Unternehmen in München, nicht als Angebot. Ein seriöser Preis entsteht erst nach Besichtigung und mit einem sauberen Leistungsverzeichnis.

Was alles dazugehört: Nutzungskosten nach DIN 18960

Die DIN 18960 ordnet die laufenden Kosten eines Gebäudes in vier Nutzungskostengruppen: Kapitalkosten (100), Objektmanagementkosten (200), Betriebskosten (300) — dazu zählen Ver- und Entsorgung, Reinigung, Bedienung, Wartung und Inspektion — sowie Instandsetzungskosten (400). Was ein Facility-Management-Dienstleister übernimmt, spielt sich fast vollständig in den Gruppen 200 bis 400 ab: die Betriebskosten selbst, die Steuerung der Instandsetzung und die Objektleitung als Teil des Objektmanagements.

Warum das für die Kostenfrage wichtig ist: Über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes fallen — je nach Betrachtungszeitraum — rund 80 bis 90 Prozent der Kosten erst in der Nutzungsphase an, Errichtung und Rückbau machen nur 10 bis 20 Prozent aus. Die Entscheidung, wie ein Gebäude betrieben und gepflegt wird, hat damit mehr Gewicht als die meisten Entscheidungen beim Bau. Ein Betreuungsvertrag, der billig ist, aber Substanz und Technik verkommen lässt, ist am Ende der teure.

In der Praxis unterscheidet man drei Säulen: das infrastrukturelle Facility Management (Reinigung, Hausmeister- und Objektdienste, Außenanlagen, Winterdienst, Entsorgung), das technische Facility Management (Betrieb, Wartung, Inspektion und Instandsetzung der Gebäudetechnik inklusive der gesetzlichen Prüfungen) und das kaufmännische Gebäudemanagement (Verträge, Budgets, Nebenkostenabrechnung), das meist bei Eigentümer oder Hausverwaltung bleibt. Die ersten beiden Säulen bestimmen, was Sie an einen Dienstleister zahlen.

Die Kostenbausteine — mit Marktorientierung für München

  • Unterhaltsreinigung: In München bewegen sich Stundensätze meist zwischen 25 und 45 Euro netto, umgerechnet auf die Fläche etwa 0,80 bis 1,50 Euro netto je Quadratmeter und Reinigungseinsatz — abhängig von Intervall, Ausstattung und Verschmutzungsgrad. Bei täglicher Reinigung sinkt der Preis je Einsatz, weil weniger Schmutz anfällt und Wege sich verteilen
  • Glas- und Fassadenreinigung: Je Stunde deutlich teurer als die Unterhaltsreinigung — die Beschäftigten fallen in die höchste Tariflohngruppe, dazu kommen Zugangstechnik wie Hubarbeitsbühnen oder Teleskopstangen sowie Sicherungsaufwand. Üblich sind zwei bis vier Termine pro Jahr, kalkuliert nach Aufmaß der Glasflächen
  • Hausmeisterservice und Objektbetreuung: Für Standardleistungen wie Kontrollgänge, Kleinreparaturen und Müllmanagement sind am Markt rund 30 bis 45 Euro netto je Stunde üblich. Monatspauschalen für kleinere Objekte beginnen im niedrigen dreistelligen Bereich; Rufbereitschaft, Wochenend- und Feiertagseinsätze werden mit Zuschlägen berechnet
  • Außenanlagen- und Grünpflege: Meist als Saisonpauschale von etwa März bis Oktober, abhängig von Fläche, Bepflanzung und Schnittintervallen. Laubbeseitigung im Herbst und die Pflege befestigter Flächen sind häufig eigene Positionen
  • Winterdienst: Saisonpauschalen für kleinere Gehweg- und Zufahrtsflächen liegen meist im mittleren dreistelligen Bereich; je Einsatz sind bei maschineller Räumung etwa 1 bis 3 Euro netto je Quadratmeter üblich, bei Handräumung mehr. In München kommt Splitt oder Sand zum Einsatz — Streusalz ist auf Gehbahnen verboten
  • Technisches Facility Management und Wartung: Wartungsverträge werden je Anlage kalkuliert — Heizung, Lüftung, Klima, Aufzug, Brandschutzeinrichtungen, Tore. Als Faustformel für die gesamte Instandhaltung eines Gebäudes gelten 1 bis 1,5 Prozent des Gebäudewerts pro Jahr, bei älteren Gebäuden eher mehr; die sogenannte Peterssche Formel rechnet über 80 Jahre mit bis zum 1,5-Fachen der Herstellungskosten
  • Objektleitung und Koordination: Bei gebündelten Verträgen ist der feste Ansprechpartner entweder in die Pauschale eingepreist oder wird als Anteil am Leistungsvolumen ausgewiesen. Er ersetzt die Zeit, die sonst Ihre Hausverwaltung oder Ihr Einkauf für die Steuerung mehrerer Einzeldienstleister aufwendet

Zur Einordnung: das Gesamtniveau der Büronebenkosten

Wie viel ein Bürogebäude im Betrieb insgesamt kostet, zeigen die großen Nebenkostenvergleiche: Die OSCAR-Analyse von JLL wies in den Jahren vor 2020 für deutsche Bürogebäude durchschnittlich rund 3,30 bis 3,85 Euro netto je Quadratmeter und Monat aus — klimatisierte Objekte am oberen Ende — und München lag unter den großen Standorten regelmäßig in der Spitzengruppe. In dieser Summe stecken allerdings auch öffentliche Abgaben, Energie, Wasser und Versicherungen; seit den Energiepreissprüngen ab 2022 dürfte das Niveau eher darüber liegen.

Die durch Facility-Management-Verträge beeinflussbaren Positionen — Reinigung, Hausmeister, Außenanlagen, Winterdienst, Wartung — sind ein Teil davon, und zwar der Teil, den Sie durch Leistungsverzeichnis, Frequenzen und Anbieterwahl aktiv steuern können. Genau deshalb lohnt es sich, hier genau hinzusehen, statt nur den Endbetrag zweier Angebote zu vergleichen.

Warum der Lohn den Preis macht: Tariflöhne 2026

Seit dem 1. Januar 2026 gilt in der Gebäudereinigung bundesweit ein Tariflohn von 15,00 Euro je Stunde in der Lohngruppe 1 (Innen- und Unterhaltsreinigung) und 18,40 Euro in der Lohngruppe 6 (Glas- und Fassadenreinigung) — jeweils 75 Cent mehr als 2025. Der Tarifvertrag ist allgemeinverbindlich, gilt also für jeden Betrieb und jede Reinigungskraft in Deutschland, unabhängig von einer Verbandsmitgliedschaft. Seine Laufzeit endet am 31. Dezember 2026; mit einer weiteren Erhöhung ab 2027 ist zu rechnen.

Vom Tariflohn zum Angebotspreis ist es ein weiter Weg: Auf den Bruttolohn kommen die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung, bezahlte Ausfallzeiten für Urlaub, Feiertage und Krankheit, Anfahrt und Rüstzeiten, Objektleitung und Qualitätskontrolle, Reinigungsmittel, Maschinen und Berufskleidung, Betriebshaftpflicht, Verwaltung und ein Gewinnanteil. In der Praxis liegt der Stundenverrechnungssatz deshalb deutlich über dem Tariflohn — bei 15 Euro Lohn realistischerweise ab Mitte 20 bis über 30 Euro netto.

Daraus folgt ein einfaches Warnsignal: Angebote deutlich unter 20 Euro netto je Stunde lassen sich mit Tariflohn und Sozialabgaben kaum ehrlich darstellen. Die Lücke wird dann über unbezahlte Mehrarbeit, Scheinselbstständigkeit oder stillschweigend gekürzte Leistung geschlossen — und das Risiko landet beim Auftraggeber: Nach § 13 Mindestlohngesetz haftet, wer ein Unternehmen mit Dienstleistungen beauftragt, wie ein Bürge dafür, dass dieses Unternehmen und seine Nachunternehmer den Mindestlohn zahlen. Hinzu kommen Fluktuation, Qualitätsmängel und Imageschäden, die kein Preisvorteil aufwiegt.

Preismodelle: Pauschale, Aufwand oder Mischform

Die Monatspauschale ist das Standardmodell für Regelleistungen wie Unterhaltsreinigung, Hausmeisterdienst und Außenanlagenpflege. Grundlage ist ein Leistungsverzeichnis, das Flächen, Frequenzen und Leistungswerte festlegt; der Anbieter kalkuliert daraus einen festen Betrag und trägt das Effizienzrisiko. Für Sie ist das planbar — vorausgesetzt, das Verzeichnis ist vollständig, sonst kommen Nachträge.

Die Abrechnung nach Aufwand, also nach Stunden oder Regie, passt zu Sonderleistungen, Kleinreparaturen und Störungsbeseitigung: flexibel, aber weniger vorhersehbar. Sie braucht eine vereinbarte Stundensatzliste und klare Freigabegrenzen, ab denen der Dienstleister vor Ausführung rückfragt. In der Praxis haben sich Mischmodelle bewährt: Pauschale für die Regelleistungen, Regie mit festen Sätzen für alles Ungeplante — beim Winterdienst etwa eine Bereitschaftspauschale plus Preis je Einsatz.

Zwei Vertragsbausteine entscheiden über die Preisentwicklung: Eine Indexklausel, die den Preis bei Tariferhöhungen zum festen Stichtag anpasst, ist bei einem lohnintensiven Gewerk fair und transparent — misstrauen Sie eher einer mehrjährigen Preisgarantie, die irgendwo anders finanziert werden muss. Und Qualitätsvereinbarungen mit Reaktionszeiten und dokumentierten Kontrollen, gegebenenfalls mit Bonus-Malus-Regelung, machen den Preis erst vergleichbar: Nur wer weiß, welche Leistung er bekommt, kann beurteilen, ob sie ihr Geld wert ist.

Was den Preis bestimmt

  • Größe, Art und Zustand des Objekts: Büro, Praxis, Wohnanlage, Produktion oder Logistik — und wie viele Standorte
  • Umfang des Leistungsverzeichnisses und die Frequenzen: täglich, mehrmals wöchentlich oder nach Bedarf
  • Betriebszeiten: Leistungen außerhalb der üblichen Arbeitszeit, nachts oder am Wochenende kosten Zuschläge
  • Technikanteil: Anzahl und Alter der Anlagen, Umfang der gesetzlichen Prüfungen, Dokumentationspflichten
  • Außenflächen: Größe von Grünflächen, Wegen, Parkplätzen und Zufahrten — sie treiben Pflege- und Winterdienstkosten
  • Lage und Zugänglichkeit innerhalb der Tourenplanung, Parkmöglichkeiten, Zutrittsregelungen
  • Anforderungen an Reporting, Einsatznachweise und Reaktionszeiten
  • Vertragslaufzeit und Bündelungsgrad: mehrere Leistungen in einem Vertrag lassen sich günstiger kalkulieren als einzeln
  • Tarif- und Preisanpassungsregeln — sie bestimmen, wie sich der Preis in den Folgejahren entwickelt

Wo Bündelung wirklich spart — und wo nicht

Die Ersparnis beim integrierten Facility Management entsteht an den Schnittstellen, nicht am Stundensatz: ein Ansprechpartner statt fünf, eine gemeinsame Tourenplanung — der Hausmeister, der sowieso im Objekt ist, kontrolliert zugleich die Reinigungsqualität und meldet Schäden an die Technik —, ein Reporting, eine Rechnung und deutlich weniger Ausschreibungs- und Steuerungsaufwand für Hausverwaltung oder Einkauf. Genau diese Nachfrage treibt den Markt: Nach der Lünendonk-Liste 2026 erweitern die führenden Facility-Service-Anbieter ihr Leistungsportfolio, weil Kunden zunehmend Multidienstleister suchen.

Was Bündelung nicht leistet, ist Zauberei: Ein Bündelvorteil im einstelligen Prozentbereich ist realistisch. Liegt ein integriertes Angebot dramatisch unter der Summe der Einzelleistungen, wurde meist an Frequenzen, Flächen oder Sonderleistungen gespart — prüfen Sie in dem Fall das Leistungsverzeichnis Position für Position, nicht die Endsumme.

Rechnen Sie zudem mit steigenden Preisen: In Branchenumfragen erwartete die große Mehrheit der Anbieter zuletzt höhere Preise, im technischen Facility Management noch deutlicher als bei den infrastrukturellen Diensten. Treiber sind Tarifabschlüsse, Energie, Fachkräftemangel und wachsende Prüf- und Dokumentationspflichten. Vergleichen Sie Angebote deshalb immer auf Basis desselben Leistungsverzeichnisses und regeln Sie die Preisanpassung von Anfang an transparent.

Typische Kostenfallen

  • Ein lückenhaftes Leistungsverzeichnis: Was nicht drinsteht, kommt als Nachtrag — häufig teurer als in der Ursprungskalkulation
  • Der billigste Anbieter: Unter Tarifniveau kalkulierte Preise führen zu Fluktuation, Qualitätsmängeln und Haftungsrisiken nach dem Mindestlohngesetz
  • Fehlende Einsatz- und Wartungsdokumentation: Im Schadensfall oder bei der Nebenkostenabrechnung fehlt der Nachweis
  • Keine Regelung zur Preisanpassung: Der Preissprung kommt dann geballt zur Vertragsverlängerung
  • Sonderleistungen ohne Preisliste: Grundreinigung, Glasreinigung außer der Reihe oder Kleinreparaturen werden zu Verhandlungssache im Einzelfall
  • Verschleppte Instandhaltung: Was heute an Wartung gespart wird, kostet morgen als Instandsetzung ein Vielfaches
  • Zu lange Laufzeiten ohne Qualitätsvereinbarung und Ausstiegsklausel: Sie binden sich an einen Preis, aber nicht an eine Leistung

Checkliste: So bekommen Sie ein belastbares Angebot

  • Flächenaufstellung nach Nutzungsart: Büro-, Verkehrs-, Sanitär-, Außen- und Glasflächen in Quadratmetern
  • Leistungsverzeichnis mit Frequenzen je Fläche und klar abgegrenzten Sonderleistungen
  • Betriebs- und Zugangszeiten sowie Anforderungen an Reaktionszeiten
  • Anlagenliste für die Gebäudetechnik inklusive Baujahr, Wartungsstand und Prüffristen
  • Gewünschter Umfang von Reporting, Einsatznachweisen und Qualitätskontrollen
  • Besichtigungstermin — ein Angebot ohne Ortstermin ist eine Schätzung
  • Vergleich der Angebote über Stundenverrechnungssätze und Leistungswerte je Quadratmeter, nicht nur über die Endsumme
  • Nachweise: Betriebshaftpflicht, Tariftreue, Unbedenklichkeitsbescheinigungen der Sozialkassen und Referenzen vergleichbarer Objekte

Fazit

Facility Management kostet, was die einzelnen Bausteine kosten — und die Bausteine haben in München klare Marktspannen: Unterhaltsreinigung ab Mitte 20 bis 45 Euro netto je Stunde, Hausmeisterdienste um 30 bis 45 Euro, Winterdienst und Außenanlagen als Saisonpauschalen, Wartung je Anlage und die Instandhaltung insgesamt als Faustformel bei 1 bis 1,5 Prozent des Gebäudewerts pro Jahr. Unter diese Spannen kommt niemand ehrlich, seit die Tariflöhne 2026 bei 15,00 beziehungsweise 18,40 Euro liegen. Sparen lässt sich trotzdem — an den Schnittstellen, durch Bündelung, ein vollständiges Leistungsverzeichnis und einen Vertrag, der Leistung, Nachweise und Preisanpassung von Anfang an regelt.

Sauberkeit, auf die Sie sich verlassen können.

Fordern Sie ein unverbindliches Angebot an — wir melden uns kurzfristig mit einem konkreten Vorschlag für Ihr Objekt in München und deutschlandweit.